Wie es weitergeht?

Weitere kleine Katzenkrimis sind natürlich in Planung und wer neugierig ist, für den haben wir hier einen kleinen Textschnipsel aus dem aktuellen Abenteuer:


Mr. Pattapu und das Geheimnis der Mondscheinkatze

 

Die ersten Küstennebel zogen langsam von See her auf und die Septemberluft duftete schwer nach Herbstblumen und Früchten. Es war still geworden in dem großen Haus. Der Nachwuchs von Mr. Pattapu und Melody hatte schließlich doch ein neues Heim gefunden.

 

Eigentlich war es ein beschauliches, ruhiges Leben: Rosie und Henry allein mit den beiden Katzen in Whitstable Manor. Henry ging jeden Morgen in seine Kanzlei und kehrte erst am späten Nachmittag zurück.

 

Rosie kümmerte sich wie immer um die Hausarbeit. In so einem großen Haus gab es viel zu tun, auch wenn nicht mehr alle Zimmer genutzt wurden. Die Lebensmittel wurden allerdings geliefert, so dass sie nicht auch noch in die Stadt zum Einkaufen musste. Und noch immer war das Rattenmädchen Lola ab und zu Gast in ihrer Speisekammer, was von den Katzen stillschweigend geduldet wurde. Um den Garten kümmerte sich ein Gärtner aus Whitstable, der zweimal im Monat heraufkam. Nur das Obst und die Kräuter pflanzte und erntete Rosie selbst.

 

Langsam senkte sich die Dämmerung an diesem Abend herab und die Sonne warf einen goldenen Abschiedsgruß auf das graublaue Meer, das erstaunlich ruhig gewesen war. Die letzten Urlauber genossen ihren Spaziergang auf der mit Gaslaternen beleuchteten Promenade. Ein bleicher Mond war ebenfalls bereits am Himmel zu sehen.

 

Rosie und Henry hatten es sich vor dem großen Kamin gemütlich gemacht. Die beiden Katzen saßen vor dem Wohnzimmerfenster und starrten hinaus in die aufziehende Nacht. Goldene Punkte tauchten nach und nach am Himmel auf. Melody seufzte leise. Sie ist einfach zu romantisch, dachte Mr. Pattapu und lächelte innerlich.

 

Der Vollmond wuchs groß und rund aus den Wolken hervor und schien auf die Zweige eines alten Kirschbaums in ihrem Garten. Was war denn das? Pattapu kniff die Augen zusammen. Wenn er doch nur sein Monokel hier hätte! Doch das lag in seinem Mansardenzimmer unter dem Dach.  Hatte er da nicht gerade zwei grüne Lichter gesehen? Da - da waren sie wieder!

 

"Siehst du das auch, Melody?", fragte er vorsichtshalber. Melodys Haltung war angespannt und das Fell in ihrem Nacken gesträubt. "Das sind Augen", flüsterte sie ängstlich. "Augen in unserem Kirschbaum".

 

"Unsinn", doch Pattapus Stimme klang nicht sehr überzeugend. Die Zweige des Baumes bewegten sich sanft und als der Mond hinter ihm stand, konnten sie es deutlich erkennen: Eine unbekannte Katze saß frech mitten auf einem der Zweige und starrte genau in das hell erleuchtete Wohnzimmer hinein. "Ein Eindringling!", fauchte Pattapu empört. Melody kreischte auf und flüchtete unter das Sofa. Erschrocken blickten Rosie und Henry sich zu den Katzen um.